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Ich habe es satt, dummen Menschen die Welt zu erklären!

Sorry, das wird eventuell etwas zusammenhanglos und emotional, aber derzeit bin ich aufgrund verschiedener Ereignisse mal wieder extrem frustriert über die Menge an dummen Menschen auf dieser Welt. Und ganz speziell über dumme Menschen auf Positionen, in denen man von ihnen abhängig ist.

Ich wurde ja eher spät, so Anfang 20, nach einer abgebrochenen Berufsausbildung als hochbegabt diagnostiziert. Nach einer mehrere Jahre andauernden Umbruchsphase hat mir diese Erkenntnis geholfen, mich von einem schüchternen Menschen, der sich ständig selbst in Frage stellt, zumindest zu einem nur noch zurückhaltenden Menschen mit dezent höherem Selbstbewusstsein zu entwickeln. Da mir unter anderem aufgrund meines eigenen, eher verschwurbelten Lebensweges sehr bewusst ist, dass Intelligenz lange nicht alles im Leben ist, habe ich diese Diagnose nie an die große Glocke gehängt und nie irgendwo damit angegeben oder so. (Die Mitgliederlandschaft im Hochbegabtenverein Mensa ist übrigens ebenfalls ein guter Beleg dafür, dass Intelligenz nicht automatisch bessere Menschen hervorbringt.)

Wie dem auch sei, trotzdem gibt es hin und wieder Momente, wo ich manchen Leuten gerne ihre Schädeldecke aufreißen und ihnen gewaltsam etwas Erleuchtung eintrichtern möchte. Sei es nun die Sachbearbeiterin der Stadt, die es nicht auf die Kette bekommt, was man von ihr möchte und die dann pampig wird, weil es ihr unangenehm ist, dass man ihr Zusammenhänge erklären muss, deren Verständnis eigentlich Teil ihres Berufsfeldes sein sollte. Oder seien es die Facebook-Kommentatoren (ich überlege derzeit übrigens ernsthaft, ob es nicht mal wieder Zeit für eine Facebook-Pause für mich ist), die es schaffen einen harmlosen, freundlichen und rein als Infospritze zum aktuellen Thema verfassten Beitrag von mir, der definitiv frei von Beleidigungen oder Anfeindungen jeglicher Art ist, trotzdem als Angriff auf ihre persönliche Komfortzone zu sehen und Dinge dort hineinzuinterpretieren, an die ich nicht mal im Traum gedacht hätte. Tut mir Leid, aber sowas find ich echt anstrengend.

Denn ich kann weder etwas dafür, dass jemand seinen eigenen Job nicht versteht, noch kann ich etwas dafür, dass manche Leute allein dadurch getriggert werden, dass ich anmaßende Dinge schreibe wie: „Ich fände es gut, wenn der ZUGANG zur Erzieherausbildung etwas gelockert werden würde, da ich es selbst nach Jahren der Praxisarbeit im pädagogischen Bereich ohne Abitur oder anderweitige Berufsausbildung immer noch schwer habe, direkt in die Erzieherausbildung einzusteigen.“

Auch wenn es bei letzterem Beispiel nur um die persönliche Genervtheit geht, wenn man dann aufgrund obiger Aussage zB zu hören bekommt, man wolle ja die Qualität der Erzieherausbildung ins Bodenlose senken (Bitte an dieser Stelle mal über den Unterschied zwischen „Zugang zur Ausbildung“ und „Qualität der Ausbildung“ nachdenken!) und damit allen bisher ausgebildeten Erziehern böswillig ins Gesicht spucken, so geht es bei dem Beispiel mit der netten Dame von der Stadt zumeist um Geld oder offizielle Formalitäten, was das Ganze weniger lustig und weit weniger ignorierfähig macht.

Wie gesagt, ich bilde mir insgesamt relativ wenig auf meine geistigen Kapazitäten ein, aber wenn ich in solchen Situationen bin und wirklich ganz genau merke, dass mein Gegenüber meine freundlich und sorgfältig dargelegten Ausführungen mehr oder weniger willentlich ignoriert und dann anstatt höflich nachzufragen oder anderweitig freundlich zu reagieren noch pampig wird und anfängt mich persönlich zu beleidigen, dann ist mein Verständnis für die Menschheit irgendwann wirklich mal am Ende. Und dann reagiere ich durchaus auch mal emotional und… WERDE ZU HULK UND REISSE DEMJENIGEN BEI LEBENDIGEM LEIBE DEN KOPF VON DEN SCHULTERN!!! Jedenfalls in Gedanken tu ich das. In Wahrheit beende ich dann eher freundlich das Telefonat und lege auf. Oder schreibe auf Facebook einfach keinen Antwortkommentar mehr. Leider bin ich so friedfertig. Und selbst wenn ich mich ganz selten mal zu einem herablassenden Kommentar hinreissen lasse, dann habe ich meistens keine fünf Minuten später schon Gewissensbisse deswegen.

Daher: Bitte liebe Leute, auch wenn ihr mal was nicht versteht, bleibt doch wenigstens freundlich. Ich habe es mir nicht ausgesucht, Zusammenhänge schnell begreifen zu können und ich mache das auch nicht, um euch herabzusetzen. Meistens helfe ich auch echt gerne bei Verständnisschwierigkeiten. Aber wenn man nix rafft und dann noch pampig wird und so tut als sei ich der Dumme, obwohl ich seit Minuten versuche, etwas auf unterschiedlichste Arten zu erklären und auch für langsamere Hirne begreifbar zu machen, das ist Kacke. Ich kann und weiss auch nicht alles. Und wenn das so ist, dann sag ich das auch und lass mir helfen. Das schafft ihr auch! Ich glaub dran! Für unsere aller Nerven!

Schönes Leben noch,
euer Grombart

Was mich an den IAA-Demonstranten stört

Eigentlich befürworte ich ja die Ziele der Menschen, die die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt zeitweise blockiert und auch sonst einiges Aufsehen erregt haben. Schließlich besitze ich selbst kein Auto, fahre entsprechend mit dem Fahrrad zur Arbeit, gehe zu Fuß einkaufen oder fahre mit dem Bus oder dem Zug zum shoppen in die Stadt. Dies liegt zwar nicht rein am Umweltgedanken (ich fahre vor allem schlicht nicht gerne Auto und es ist mir zudem zu teuer), doch natürlich ist dies ein nicht zu verachtender Zusatzpunkt bei entsprechenden Erwägungen. Und ich fände es tatsächlich prima, wenn ein paar mehr Leute sich mal einen entsprechenden Ruck geben würden und besonders innerstädtisch auf Auto-Alternativen umsteigen würden. Wenn man allein im Kollegenkreis mitbekommt, wie für die rund 6km, die ich täglich mit dem Rad zur Arbeit fahre, einfach standarmäßig das eigene Auto benutzt wird, finde ich das schon dezent faul. Bei Regen dürfte ja auch gerne immer noch auf die Benzinschleuder ausgewichen werden, aber bei halbwegs schönem Wetter ist die Strecke auch von untrainierten Personen in rund 30 Minuten zu schaffen. Viel schneller kommt man da auch motorisiert nicht ans Ziel.

Und selbst wenn man nicht komplett auf einen Motor verzichten möchte: Sofern man dafür das eigene Auto stehenlässt, wäre ich ja auch mit der Benutzung von eBikes oder sogar den neuen eScootern einverstanden. Leider benutzen Letztere der eigenen Beobachtung nach derzeit vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, die davor für die gleiche Strecke sicherlich NICHT im Auto unterwegs waren. Anstatt der vielgepriesenen Einsparung von Energie durch die Nutzung der hippen Gefährte wird hier also sogar noch zusätzlich und „just for fun“ verbraucht. Irgendwie am Ziel vorbei…

Jedenfalls haben die Demonstranten durchaus grundsätzlich Recht mit ihrer Forderung auf den Verzicht von Autos. Was mich allerdings hierbei stört (und das nicht nur bei Klimaprotesten), ist die Radikalität und die extreme Schwarz-Weiß-Zeichnung des Ganzen. Ich verstehe ja, dass man eher früh als spät mit Klima- und Umweltschutz anfangen sollte, aber einen gesamtgesellschaftlichen Sprung von 0 auf 100 zu fordern ist nicht nur unrealistisch, sondern auch anmaßend. Niemand, auch nicht ein Umweltschützer mit noch so edlen Absichten, hat die Weisheit mit Löffeln gefressen und dadurch das Recht, über alle anderen zu entscheiden oder allen anderen etwas vorzuschreiben. Und auch wenn die Welt (angeblich) noch so nah am Abgrund steht, sollte man auf Dialog und Kompromisse setzen, anstatt die Verbots- und Verteufelungskeule zu schwingen. Ich verstehe durchaus die entstehende Angst und das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn man sich in der Welt so umschaut und das Gefühl hat, dass Regierungen und Konzerne langsam alles vor die Wand zu fahren scheinen. Dennoch ist es generell, aber ganz besonders in der derzeitigen weltpolitischen Lage, fatal, der angeblich unaufgeklärten Masse den eigenen Willen aufzwingen zu wollen, da sowas in der Regel eher zu trotzigen Abwehrreaktionen als zu einem Verständnisgewinn für die eigene Sache führt. Schwarz-Weiß-Denken ist durch rechte Idioten ja sowieso leider wieder total „in“ geworden in letzter Zeit. Warum um alles in der Welt muss man als Umweltaktivist da nachziehen? Nichts ist Schwarz-Weiß! Auch nicht der Umweltschutz!

Anstatt die Mittel der Populisten zu nutzen und „Wir oder die!“ zu brüllen, überzeugt die Menschen doch bitte durch Freundlichkeit, Dialog und Kompromissbereitschaft. Zeigt, dass euer Weg besser ist, indem ihr es ganz unaufdringlich vormacht und sympathisch auf die Leute zugeht und schreit es nicht nur plump in die Welt hinaus. Und akzeptiert dennoch, wenn jemand anderer Meinung ist. Wahrscheinlich gibt es trotzdem Möglichkeiten, einander näher zu kommen. Das funktioniert aber nicht durch Spaltung, Aggressivität und Bockigkeit, sondern durch Gespräche und Offenheit. Und ja, es dauert so vielleicht etwas länger, sein Ziel zu erreichen und man muss sich von der ein oder anderen Idealvorstellung verabschieden. Aber nur auf diesem Wege kann man etwas verändern, das dauerhaft und mit Überzeugung von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen wird.

Und wenn es dann zu spät ist und die Welt schon kaputt ist, bevor sich etwas bewegt? Erstens glaube ich da nicht dran, denn es gab auch vorher schon diverse Krisen, die die Menschheit mehr oder weniger elegant überwunden hat. Und zweitens wäre es dann halt so. Wenn die Welt nur dann zu retten wäre, wenn ich mich der uneingeschränkten Macht der Umweltschützerfraktion unterwerfe, dann rette ich persönlich sie ehrlich gesagt lieber nicht. Genauso wenig, wie ich mich uneingeschränkt irgendeiner anderen Strömung unterwerfen würde. Klingt vielleicht selbst etwas radikal, aber ich bin einfach unendlich froh über unsere Demokratie und möchte nichts der damit einhergehenden Freiheit, Vielfalt, sowie der Diskussions- und Kompromisskultur eintauschen gegen das Diktat irgendwelcher Besserwisser. Egal, ob deren selbsternanntes Ziel der „Schutz des deutschen Volkes“ oder der Erhalt der Umwelt ist. Es gibt zu jedem Thema mehr als zwei Seiten.

Daher: Diskutiert! Seid offen für andere Meinungen! Schaut mal über den eigenen Tellerrand! Sucht den Kompromiss! Und beschimpft nicht diejenigen, die anders leben als ihr! Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn und der politischen Agenda. Und das gilt wie gesagt generell und nicht nur beim Thema Umweltschutz.

Schönes Leben noch,
euer Grombart

Sims-Skandale

Nachdem WordPress meinen ersten Text zu diesem Thema nach der Umstellung auf SSL leider zunächst (auch ein bisschen aufgrund eigener Blödheit) verschluckt hat, folgt hier nun mein zweiter Versuch:

Man könnte ja meinen, dass Sims 4 eigentlich ein recht friedliches Spiel ist, das Menschen eher entspannt als aufregt. Auch, dass EA gestern ein Update zum 5. Geburtstag des Spiels vorgestellt hat, sollte ja eher ein Grund zur Freude sein. Ist es auch, aber nicht für alle! Denn das Update führt neben der erweiterten Modifikation von Treppen auch Kopftücher als Kopfbedeckungen ein. Muslimische Kopftücher! Da bleibt es heutzutage natürlich nicht aus, dass sich diverse Menschen auf Facebook darüber echauffieren:

„Ernsthaft The SimsEA – Electronic Arts .. religiöse Symbole in einem Spiel? … warum?“

– Maurice B.

„Treppen toll. Aber muslimisch? Hmm“

– Jacky D.

„Das Hijab ist in vielen Ländern für Frauen zwang und wird bei nicht tragen mit schweren Strafen geahndet. Da es nur von Moslemen getragen wird und mit keiner anderen Religion in Verbindung steht, ist es auch ein Religiöses Symbol.

Das Tuch steht für Unterdrückung der Frauen in vielen Ländern und sollte nicht gefeiert werden!“

– Sheila B.

Da frage ich mich zuerst einmal, warum man das Kopftuch angeblich „feiert“, nur weil man es jetzt neben all den anderen Kleidungsstücken im Spiel verfügbar macht. Zelebriert EA in Sims 4 etwa auch heimtückisches Morden, nur weil es Ninjamasken zur Auswahl gibt?

Außerdem sei noch einmal generell gesagt, dass das Kopftuch allein definitiv nicht für die Unterdrückung irgendwelcher Frauen verantwortlich ist und schon gar kein Symbol dafür darstellt (außer man macht es eben selbst dazu – Hallo, liebe Hetzer!). Sicher ist die Situation der Frauenrechte und auch der Menschenrecht allgemein in vielen muslimisch geprägten Ländern fragwürdig, aber da gibt es auch genügend Beispiele aus anderen Kulturkreisen, so dass man das Kopftuch da lieber raus halten sollte. Letztlich schaffen es auch in Deutschland genügend Männer, ihre Frauen zu unterdrücken, und das sogar ganz ohne Kopftuch. Und dass man christliche Ordensfrauen dazu auffordert, doch ihre Kopfbedeckungen abzulegen und sich vom Joch der männergeprägten katholischen Kirche zu befreien, das kommt auch erstaunlich selten vor, bei all der Schreierei gegen Religion und Unterdrückung. Wird da etwa mit zweierlei Maß gemessen? Oder können sich nur Christinnen frei für ihre Kopfbedeckungen entscheiden und Muslimas haben das einfach nicht drauf?

Doch zurück zu Sims 4… Was mich am meisten verwundert, ist, wie man sich ausgerechnet in diesem Spiel über die Einführung von optionalen zusätzlichen Kleidungsoptionen ärgern kann. Nur zur Erinnerung: In Sims 4 gibt es bereits gleichgeschlechtliche Liebe (iiih, Schwule!!!), Vampire (iiih, Satanismus!!!), Meerjungfrauen (iiih, Fantasykitsch!!!), Pflanzensims (iiih, Grüne!!!), Männerduts (iiih, Hipster!!!), verschiedene Hautfarben (iiih, Ausländer!!!), Aliens (iiih, Ausländer von noch viel weiter weg!!!) und sogar verschiedenste Feiertage unterschiedlichster Religionen (wenn auch unter anderen, religionsbefreiten Namen). Verschiedenste andere kulturell geprägte Kleidungsstücke gibt es auch schon eine Weile. Sind die Kopftücher da nun wirklich sooo schlimm?

Zumal man eines dabei auf jeden Fall noch Bedenken sollte: Die allermeisten Spiele werden in westlichen Ländern (USA, Europa) oder in Fernost (Japan, China) entwickelt und sind allein deswegen schon bewusst oder unbewusst kulturell stark von diesen Ländern geprägt. Muslimische/arabische/nahöstliche Entwicklungsstudios gibt es kaum, wohl aber Menschen aus diesen Kulturkreisen, die auch gerne spielen. Ist es da nicht eigentlich eine tolle Sache, wenn diese Menschen nun zur Abwechslung auch einmal eine Möglichkeit haben, sich Charaktere zu erstellen, die ihrer Lebenswirklichkeit entsprechen, um sich besser mit ihnen identifizieren zu können? Oder ist es nur Westlern und Asiaten gestattet, sich in Spielen repräsentiert zu sehen und entsprechend mehr Spaß dabei zu haben?

Von daher finde ich es einen tollen Schritt, den EA da gegangen ist. Ansonsten ist Zuhören und Mitdenken ja nicht so deren Stärke, aber hier hat es mal geklappt. Auch wenn es letztlich nur ein paar mehr Kleidungsstücke sind, wird das sicher viele Menschen ein bisschen glücklicher machen.

Von den paar unverbesserlichen Meckerern erwarte ich hingegen, dass sie mal ein bisschen entspannter durchs Leben gehen. Es wird hier ja niemand zu irgendwas gezwungen, alles sind optionale Möglichkeiten. Und das kann man doch einfach mal so akzeptieren und den anderen ihre Freude lassen, oder?

Schönes Leben noch,
euer Grombart